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CISO

Was ist ein virtueller CISO (vCISO) und sollte Ihr Team einen haben?

Was ist ein virtueller CISO (vCISO) und sollte Ihr Team einen haben? Viele Unternehmen können sich keinen internen CISO leisten, benötigen aber trotzdem strategische Sicherheitsführung. Dieser Artikel erklärt Rolle, Vorteile und typische Einsatzszenarien.

Srdan Manasijevic

Srdan Manasijevic

CEO

Was ist ein virtueller CISO (vCISO) und sollte Ihr Team einen haben?

Was ist ein virtueller CISO (vCISO) und sollte Ihr Team einen haben?

Die meisten Menschen wissen, was ein Chief Information Security Officer (CISO) ist und warum er entscheidend für die Verbesserung der Sicherheitslage eines Unternehmens ist. Das Problem ist jedoch, dass viele Organisationen nur begrenzte Einstellungsbudgets haben – ein interner CISO rechnet sich häufig erst ab einer bestimmten Unternehmensgröße.

Ein virtueller CISO oder vCISO ist daher eine hervorragende Lösung für Organisationen, die ihr Sicherheitskonzept unter begrenzten Ressourcen verbessern müssen. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie vCISOs dabei helfen, Informationssicherheit in Ihrem Unternehmen flexibel zu skalieren und gleichzeitig Wachstum zu fördern. Wir behandeln dabei:

  • die Rolle und Verantwortlichkeiten eines vCISO

  • Unterschiede zwischen einem CISO und einem vCISO

  • praktische Vorteile der Zusammenarbeit mit einem vCISO

  • Anzeichen, dass Sie einen vCISO benötigen

  • Schritte, um den passenden Experten zu finden


Was ist ein vCISO?

Ein vCISO ist ein erfahrener Informationssicherheitsexperte, den Sie remote und nach Bedarf engagieren können und der Ihnen das Fachwissen eines festangestellten CISOs bietet. Die Rolle eines vCISO muss nicht nur von einer einzelnen Person übernommen werden – es kann sich auch um ein Team oder eine spezialisierte Agentur handeln.

Die Vergütung kann z. B. erfolgen als:

  • Teilzeit-Modell

  • Stunden- oder Tagessatz

  • Retainer / laufender Rahmenvertrag

  • projektbezogener Vertrag

Dadurch ist der vCISO besonders attraktiv für kleine und mittelständische Unternehmen, die Zugang zu einem Sicherheitsexperten benötigen, aber ihr Budget im Blick behalten müssen.

Die Hauptverantwortung eines vCISO besteht darin, Ihrem Informationssicherheitsteam objektive Empfehlungen zu Best Practices zu geben und die Cybersecurity-Governance zu stärken. Er bewertet Ihre aktuelle Sicherheitsstrategie und arbeitet mit Ihrem Team zusammen, um Prozesse und Technologien nach Industriestandards einzuführen. Ein vCISO kann insbesondere helfen, ein ISMS nach BSI IT-Grundschutz oder ISO 27001 aufzubauen oder weiterzuentwickeln.


Wie sehen die täglichen Aufgaben eines vCISO aus?

Mit der Einstellung eines vCISO können Sie zentrale Informationssicherheitsfunktionen auslagern und interne Kompetenzlücken schließen. Die konkreten Aufgaben hängen vom vereinbarten Scope ab. Typische Verantwortlichkeiten sind:

  • Implementierung von Sicherheitsstandards: Unterstützung bei der Einführung und Operationalisierung von Frameworks wie BSI IT-Grundschutz, ISO 27001 oder NIS2.

  • Koordination von Incident-Response-Maßnahmen: Aufbau und Pflege von Incident-Response-Plänen, Unterstützung im Ernstfall, NIS2-konforme Meldung von Sicherheitsvorfällen.

  • Beratung des GRC-Teams: Unterstützung bei Governance, Risikomanagement und Compliance, inkl. Schulung interner Teams.

  • Überwachung von Sicherheitsüberprüfungen: Durchführung interner Assessments, Bewertung der Sicherheitslage von Drittanbietern und Vorbereitung auf externe Audits.

  • Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen: Enge Abstimmung mit IT, Recht, Finanzen, Einkauf und Fachbereichen, um Risiken ganzheitlich zu betrachten und Maßnahmen abzustimmen.

Obwohl ein festangestellter CISO ähnliche Aufgaben übernimmt, gibt es klare Unterschiede zwischen beiden Rollen.


CISO vs. vCISO: Was ist der Unterschied?

Der offensichtlichste Unterschied zwischen einem CISO und einem vCISO ist der Beschäftigungsstatus:

  • Der CISO ist ein festangestellter Mitarbeiter, der ausschließlich für Ihr Unternehmen tätig ist (sofern vertraglich nichts anderes vereinbart ist).

  • Ein vCISO ist ein externer Dienstleister, der oft mehrere Kunden gleichzeitig betreut.

Weitere wesentliche Unterschiede:

  • Ressourceneinsatz: Ein vCISO ist häufig kosteneffizienter, besonders wenn Sie Unterstützung nur für bestimmte Projekte oder in Phasen mit höherem Bedarf benötigen.

  • Verfügbarkeit & Skalierung: Ein vCISO kann eine einzelne Person oder eine Agentur mit einem ganzen Expertenteam sein – so lassen sich Verfügbarkeit und Umfang flexibel skalieren.

  • Einarbeitung: vCISOs bringen in der Regel breite Erfahrung aus verschiedenen Unternehmen mit und können oft sehr schnell produktiv werden. Ein CISO als interne Führungskraft benötigt meist eine intensivere Einarbeitung in Organisation, Kultur und Strukturen.


Vorteile der Zusammenarbeit mit einem vCISO

Die Art der Zusammenarbeit mit einem vCISO eröffnet insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen eine Reihe von Vorteilen:

  • Kostenkontrolle: Strategische Sicherheitskompetenz ohne die Fixkosten einer Vollzeit-Führungskraft.

  • Flexibilität: Unterstützung kann je nach Bedarf skaliert und angepasst werden (Projekt, Retainer, Interimsrolle).

  • Erfahrung aus vielen Mandaten: vCISOs bringen Best Practices aus unterschiedlichen Branchen und Organisationen mit.

  • Schnelle Wirksamkeit: Durch die Erfahrung können vCISOs meist zügig klare Prioritäten und Roadmaps definieren.

  • Unabhängige Perspektive: Externe Experten können neutraler auf bestehende Strukturen und „blinde Flecken“ schauen.


5 Anzeichen dafür, dass ein vCISO für Sie sinnvoll sein könnte

Falls Sie unsicher sind, ob Sie einen vCISO benötigen, prüfen Sie, ob folgende Szenarien auf Ihr Unternehmen zutreffen:

  1. Ihre internen Sicherheitskenntnisse sind begrenzt.

  2. Sie möchten Ihr Sicherheitsprogramm gezielt weiterentwickeln.

  3. Sie wollen Ihr IT-Security-Team mit begrenztem Budget ausbauen.

  4. Sie wünschen eine objektive Einschätzung Ihrer Sicherheitslage.

  5. Sie haben Schwierigkeiten, sich im Compliance-Umfeld zurechtzufinden.

Schauen wir genauer hin:

1. Begrenzte interne Sicherheitskenntnisse

Die Nachfrage nach CISOs ist hoch, qualifizierte Vollzeitkräfte sind schwer zu finden. Ein vCISO kann schnell Expertise liefern, ohne dass Sie eine langfristige Vollzeitstelle schaffen müssen.

2. Weiterentwicklung des Sicherheitsprogramms

Die Reife eines Sicherheitsprogramms zu erhöhen, erfordert Strategie, Zeit und Ressourcen. Ein vCISO kann eine Roadmap entwickeln, Prioritäten setzen und das Gap zwischen Status quo und Zielbild schließen.

3. Ausbau des IT-Sicherheitsteams mit begrenztem Budget

Viele Unternehmen nutzen vCISOs, um ihr wachsendes Team zu coachen und gezielt zu stärken. Der vCISO bringt neue Ideen für Governance, Risikomanagement und Business Continuity ein und hilft, eine proaktive Sicherheitskultur aufzubauen.

4. Bedarf an objektiver Einschätzung

Interne Teams sind oft stark in bestehende Prozesse involviert. Ein externer vCISO kann eine unabhängige Sicht einbringen, Risiken klarer benennen und Veränderungen leichter moderieren.

5. Herausforderungen im Compliance-Umfeld

Frameworks wie ISO 27001, SOC 2, NIS2 oder branchenspezifische Vorgaben können schnell unübersichtlich werden. Erfahrene vCISOs haben bereits viele Unternehmen durch diese Anforderungen geführt und können:

  • Compliance-Workflows strukturieren,

  • Prioritäten setzen und

  • passende Tools (z. B. fuentis Suite 4) empfehlen, um wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren.


Wie Sie den richtigen vCISO für Ihre Bedürfnisse finden

Nicht jeder vCISO passt zu jeder Organisation. Gehen Sie bei der Auswahl strukturiert vor:

  1. Geltungsbereich definieren Legen Sie fest, ob Sie Unterstützung für konkrete Projekte (z. B. ISO-Implementierung, NIS2-Readiness) oder eine übergreifende Rolle im Sicherheitsprogramm benötigen.

  2. Technische und branchenspezifische Expertise bestimmen Suchen Sie gezielt nach Erfahrung in Ihrer Branche (z. B. SaaS, KRITIS, Gesundheitswesen) und mit den relevanten Standards (ISO 27001, BSI, SOC 2, NIS2).

  3. Geeignete Kanäle nutzen Mögliche Quellen: professionelle Netzwerke, spezialisierte Beratungsfirmen, Empfehlungen aus der Branche oder bestehende Partner.

  4. Interviews mit szenariobasierten Fragen führen Legen Sie typische Szenarien vor (Vorfall, Audit, neue Regulierung) und prüfen Sie, wie der vCISO vorgehen würde.

  5. Vertrag und Onboarding klar regeln Definieren Sie in einem schriftlichen Vertrag:

    • Leistungsumfang und Ziele,

    • Erreichbarkeit und Reaktionszeiten,

    • Vergütung und Laufzeit,

    • Reporting- und Abstimmungsformate.

Ein gutes Onboarding (inkl. Zugänge, Stakeholder, bestehende Dokumente) sorgt dafür, dass der vCISO schnell Mehrwert liefert.

Srdan Manasijevic

Srdan Manasijevic

CEO

Experte für Informationssicherheit, Datenschutz und Risikomanagement mit umfassender Erfahrung in der Beratung von Konzernen und öffentlichen Organisationen. Spezialisiert auf ISO 27001, BSI-Standards und moderne Risikoanalyse-Methoden.

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