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Die fünf relevantesten BCM-Tools aus Deutschland 2026 sind fuentis, HiScout, verinice, neam IT-Services und die DSN GROUP. Diese Business-Continuity-Management-Tools bündeln in der Praxis die Business Impact Analyse (BIA), die Notfallplanung, Krisenmanagement-Strukturen wie die Besondere Aufbauorganisation (BAO) sowie die systematische Dokumentation von Übungen in einem einzigen System.
Im Schnitt können deutsche Unternehmen ihren Geschäftsbetrieb nur 20 Stunden ohne Internet aufrechterhalten, und nur 12 Prozent halten sich für gut auf solche Störungen vorbereitet, wie eine Bitkom-Umfrage unter 604 Unternehmen ab 10 Beschäftigten zeigt. Diese Lücke zwischen Risiko und tatsächlicher Vorbereitung macht den Vergleich der passenden Software greifbar: Im Folgenden werden die fünf genannten BCM-Tools anhand ihrer Funktionen, Zielgruppen und Besonderheiten im Detail gegenübergestellt.
Was leisten BCM-Tools nach BSI-Standard 200-4 und ISO 22301?
Ein Business Continuity Management System (BCMS) bündelt in einem BCM-Tool typischerweise die Business Impact Analyse (BIA), die Notfallplanung, den Aufbau einer besonderen Aufbauorganisation (BAO) für Krisenlagen sowie die Dokumentation von Übungen. Maßgeblich sind dabei zwei Regelwerke: der BSI-Standard 200-4 als deutsche Grundlage und die internationale Norm ISO 22301:2019. Business Continuity gehört zudem zu den Maßnahmen, die im Rahmen der NIS2-Umsetzung von betroffenen Unternehmen gefordert werden.
Zentrale Kennzahlen eines BCMS sind die maximal tolerierbare Ausfallzeit (MTPD) sowie Recovery Time Objective (RTO) und Recovery Point Objective (RPO), die festlegen, wie schnell und mit welchem Datenverlust ein Prozess wiederhergestellt werden muss. Diese Kennzahlen helfen dabei, Wiederanlaufprioritäten zwischen einzelnen Geschäftsprozessen festzulegen. Tools wie die fuentis Suite bilden BCM und ISMS im selben System ab.
Wer den BSI-Standard 200-4 im Detail verstehen will, findet die Grundlagen im Artikel zum BSI-Standard 200-4.
Die 5 besten BCM-Tools aus Deutschland im Vergleich
Die folgende Übersicht vergleicht fünf BCM-Tools und Beratungsangebote aus Deutschland hinsichtlich Normabdeckung, Zielgruppe und Integration in bestehende Managementsysteme.
| Tool | BSI-Standard 200-4 | ISO 22301 | Zielgruppe | Integration |
|---|---|---|---|---|
| fuentis | ✓ (BIA, Notfallplanung, Ressourcenplanung für den Notbetrieb) | ✓ | KMU bis Konzern | Im selben System wie ISMS & Risikomanagement |
| HiScout | ✓ (erste am Markt verfügbare BCM-Software nach 200-4, 2022) | ✓ | Behörden, KRITIS-Betreiber, öffentliche Verwaltung | Teil der HiScout-GRC-Suite |
| verinice | ✓ (separates Add-on) | ✓ (separates Add-on) | Organisationen mit begrenztem Budget | Open-Source-Add-on zur bestehenden ISMS-Basis |
| neam IT-Services | ✓ | ✓ | Unternehmen, die Beratung + Umsetzung aus einer Hand suchen | Beratungsleistung, keine eigene Software |
| DSN GROUP | genannt, Schwerpunkt liegt auf ISO | ✓ (Schwerpunkt) | Mittelständische Unternehmen | Beratungsleistung |
Die fuentis Suite deckt mit dem fuentis BCMS-Modul den gesamten BCMS-Prozess ab: Business Impact Analyse, RTO- und RPO-Definition, MTPD-Berechnung sowie Notfall- und Wiederanlaufplanung nach ISO 22301 und BSI-Standard 200-4. Ergänzt wird das Modul durch strukturierte Ressourcenplanung für den Notbetrieb, die Personal, IT-Systeme und kritische Infrastruktur für den Ernstfall festlegt.
HiScout BCM war 2022 die erste am Markt verfügbare BCM-Software nach BSI-Standard 200-4 und deckt den gesamten BCMS-Prozess von der BIA über den Soll-Ist-Abgleich bis zum Dokumentenmanagement ab. Als Teil der HiScout-GRC-Suite ist das Tool vor allem bei Behörden, KRITIS-Betreibern und öffentlichen Verwaltungen verbreitet.
Das Open-Source-Tool verinice bietet laut verinice-Ankündigung zu den BCM-Domänen BCM-Domänen für BSI-Standard 200-4 und ISO 22301 als kostenfreie Add-ons zur bestehenden ISMS-Basis, inklusive einer 60-tägigen Testversion. Damit eignet sich verinice besonders für Organisationen mit begrenztem Budget, die auf eine vorhandene ISMS-Struktur aufsetzen.
neam IT-Services bietet BCM und Notfallmanagement auf Basis von BSI-Standard 200-4 und ISO 22301 als Beratungsleistung inklusive Schulungen an. Der Fokus liegt auf der praktischen Umsetzung, etwa Wiederanlaufpläne, Tests und Übungen, statt auf eigener Software. Das eignet sich für Unternehmen, die Aufbau und fachliche Begleitung aus einer Hand suchen.
Die DSN GROUP unterstützt vor allem mittelständische Unternehmen bei der BCMS-Umsetzung nach ISO 22301. Auf der eigenen Website wird zwar auch BSI-Standard 200-4 genannt, der Schwerpunkt liegt jedoch klar auf Beratung statt auf einer eigenen Softwarelösung.
Für die meisten Unternehmen zählt die Integrationstiefe mehr als die reine Normabdeckung, die alle fünf Tools im Kern erfüllen. Entscheidend ist, ob BCM isoliert betrieben wird oder mit ISMS und Risikomanagement auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenwirkt. — Srdan Manasijevic, CEO fuentis
Fazit
Alle fünf verglichenen Tools decken die zentralen Anforderungen aus BSI-200-4 und ISO 22301 ab, unterscheiden sich jedoch deutlich in Integrationstiefe und Zielgruppe. Die Entscheidung hängt daher weniger von der Norm selbst ab als vom bestehenden Software-Ökosystem im Unternehmen.
Wer Business Continuity Management nicht isoliert, sondern als Teil einer gemeinsamen ISMS- und GRC-Plattform betreiben möchte, ist mit fuentis oder HiScout am besten aufgestellt: Beide bündeln BCM, Informationssicherheit und Risikomanagement auf einer Datenbasis. Wer mit knappem Budget startet, findet in verinice einen kostenfreien Einstieg in strukturiertes BCM. Wer zusätzlich Beratungsleistung benötigt, etwa bei der Business Impact Analyse oder im Notfallübungsbetrieb, ist bei neam IT-Services oder der DSN GROUP gut aufgehoben.
Wie das fuentis BCMS-Modul Business Impact Analyse, Notfallplanung und Krisenmanagement in einem System abbildet, zeigt die BCMS-Modul-Seite.

CEO, fuentis AG
Experte für Informationssicherheit, Datenschutz und Risikomanagement mit umfassender Erfahrung in der Beratung von Konzernen und öffentlichen Organisationen. Spezialisiert auf ISO 27001, BSI-Standards und moderne Risikoanalyse-Methoden.