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IT-Grundschutz

IT-Grundschutz++ 2025: Der revolutionäre Weg zu messbarer Cybersicherheit

Messbare CIA-Kennzahlen statt Checklisten, 5-Stufen-System für alle Unternehmensgrößen und kontinuierliche GitHub-basierte Weiterentwicklung. Erfahren Sie, wie das BSI mit diesem Framework den Paradigmenwechsel von statischer zu dynamischer Sicherheit einleitet.

fuentis TeamRedaktion3 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Aktuelle Entwicklungen und Ausblick zum IT-Grundschutz++
  2. Wichtigste Erkenntnisse
  3. Der Paradigmenwechsel: Von statisch zu dynamisch
  4. Die drei Kernneuerungen von IT-Grundschutz++
  5. Automatisierung in der Praxis: Das Ende manueller Compliance
  6. Aktueller Entwicklungsstand: Wo steht IT-Grundschutz++ heute?

Aktuelle Entwicklungen und Ausblick zum IT-Grundschutz++

Die deutsche IT-Sicherheitslandschaft steht vor einem historischen Wandel. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelt mit IT-Grundschutz++ einen völlig neuen Ansatz für Cybersicherheit – weg von statischen Handbüchern, hin zu einem lebendigen, messbaren und automatisierbaren Sicherheitsframework.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Messbare Revolution: IT-Grundschutz++ macht Cybersicherheit erstmals quantifizierbar durch CIA-Kennzahlen (Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit) und ermöglicht eine objektive Bewertung statt rein subjektiver Checklisten.
  • Skalierbare Implementierung: Das 5-Stufen-System (von Basisschutz bis erhöhter Schutzbedarf) ermöglicht eine an Organisationsgröße und Schutzbedarf angepasste Umsetzung – vom Kleinunternehmen bis zur kritischen Infrastruktur.
  • Agile Community-Entwicklung: Paradigmenwechsel von jährlichen Editionen hin zu einer kontinuierlichen, GitHub-basierten Weiterentwicklung mit transparenter Community-Partizipation und „Continuous Compliance“.

Der Paradigmenwechsel: Von statisch zu dynamisch

Jahrzehntelang prägten jährliche IT-Grundschutz-Editionen die deutsche Sicherheitslandschaft. Doch die rasante Entwicklung von Cyberbedrohungen, Technologien und Regulierung macht diesen Ansatz zunehmend unzureichend.

IT-Grundschutz++ bricht mit diesem Muster und führt erstmals eine kontinuierliche Weiterentwicklung ein.

Die Vision:

  • Cybersicherheit wird messbar und automatisierbar.
  • Statt statischer Checklisten entstehen priorisierte, maschinenlesbare Regeln in laufenden PDCA-Zyklen.
  • Organisationen können ihre Sicherheitsstrategie datengesteuert optimieren.

Die drei Kernneuerungen von IT-Grundschutz++

1. Das innovative 5-Stufen-System

IT-Grundschutz++ führt ein fein abgestuftes System ein, das Sicherheitsanforderungen nach Organisationsgröße und Schutzbedarf strukturiert:

  • Stufe 1: Basisschutz für alle Organisationen gegen häufige Bedrohungen
  • Stufe 2: Erweiterte Anforderungen für Kleinunternehmen gegen typische Sicherheitsvorfälle
  • Stufe 3: Praxisnahe Sicherheitsmaßnahmen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
  • Stufe 4: Umfassende Anforderungen für Bundesbehörden und große Unternehmen
  • Stufe 5: Kann-Anforderungen für Situationen mit erhöhtem Schutzbedarf

So entsteht ein skalierbarer Ansatz: Organisationen beginnen mit der passenden Grundstufe und erweitern ihren Schutz schrittweise.

2. Messbare Cybersicherheit durch Kennzahlen

Ein zentrales Merkmal von IT-Grundschutz++ ist die Quantifizierung von Sicherheit. Jede Anforderung erhält Punktwerte entlang der CIA-Triade:

  • Vertraulichkeit (Confidentiality)
  • Integrität (Integrity)
  • Verfügbarkeit (Availability)

Diese Kennzahlen zeigen objektiv, wie wirksam eine Maßnahme bei der Behandlung bestimmter Gefährdungen ist.

  • Schwellwerte pro Stufe definieren Zielwerte.
  • Der Erfüllungsgrad zeigt den tatsächlichen Sicherheitsstatus.

Erstmals können Organisationen ihren Cyber-Reifegrad wissenschaftlich fundiert messen, Fortschritte nachvollziehbar dokumentieren und Investitionen gezielt dort tätigen, wo sie den größten Sicherheitsgewinn bringen.

Mehr zum IT-Grundschutz++

Statt starrer Jahreseditionen ermöglicht das neue System eine kontinuierliche, datengesteuerte Sicherheitsstrategie. Organisationen können:

  • ihren Schutzgrad objektiv bewerten,
  • Fortschritte quantifizieren
  • und Ressourcen dort einsetzen, wo der größte Sicherheitsnutzen entsteht.

Das 5-Stufen-System sorgt gleichzeitig dafür, dass dieser Ansatz vom Kleinunternehmen bis zur kritischen Infrastruktur skalierbar bleibt.

3. Community-getriebene Entwicklung auf GitHub

IT-Grundschutz++ verabschiedet sich von isolierter Standardentwicklung. Das BSI setzt auf transparente, community-basierte Weiterentwicklung über GitHub:

  • Offene Datenformate: Bereitstellung in JSON und XLSX zur flexiblen Integration in Tools und ISMS-Lösungen
  • Agile Updates: Kontinuierliche Verbesserungen statt seltener Großreleases
  • Partizipation: Issues, Pull Requests und Discussions ermöglichen aktive Mitgestaltung durch Fachcommunity und Toolhersteller
  • Versionierung: Branches und Releases sorgen für Stabilität bei gleichzeitiger Dynamik

Diese Transparenz macht IT-Grundschutz++ zu einem der ersten wirklich agilen Sicherheitsstandards in Deutschland.

Automatisierung in der Praxis: Das Ende manueller Compliance

IT-Grundschutz++ denkt ISMS-Automatisierung in drei aufeinander aufbauenden Phasen:

  1. Erfassung

    • Automatische Inventarisierung von Systemen, Daten, Diensten und Lieferanten
  2. Integration

    • Einbettung in CI/CD-Pipelines durch „Smart Standards“ und „Smart Contracts“
    • enge Verzahnung von Entwicklung, Betrieb und Compliance
  3. Aufrechterhaltung

    • Kontinuierliches Compliance-Monitoring
    • automatische Sperrungen, Warnungen und Eskalationen bei Abweichungen

Intelligente Metadaten ermöglichen eine präzise Filterung nach Praktiken, Zielobjekten und Handlungswörtern. Organisationen sehen exakt die Anforderungen, die für ihre aktuelle Situation relevant sind – personaliserte Cybersicherheit wird Realität.

Der Paradigmenwechsel von punktuellen Audits hin zu Continuous Compliance verändert ISMS-Management grundlegend.

Aktueller Entwicklungsstand: Wo steht IT-Grundschutz++ heute?

Die Transformation von der statischen Edition 2023 hin zu IT-Grundschutz++ schreitet deutlich voran:

  • Die letzte klassische Edition umfasste ca. 1.800 Objekte.
  • Das neue digitale Kompendium wächst bereits auf über 7.500 strukturierte Elemente an.

Am 25. Februar 2025 lud das BSI zum digitalen Beteiligungsworkshop „Digitales Kompendium“ ein. In diesem zweistündigen Online-Format konnten Fachexpert:innen:

  • das IT-Grundschutz++-Konzept kennenlernen,
  • Formate für Unterstützung und Pilotierung entwickeln
  • und Commitment für eine aktive Mitwirkung in der Pilotphase geben.

Weitere Sessions dieser Art sind geplant.

Wenn Sie Fragen zu BSI IT-Grundschutz oder IT-Grundschutz++ haben, unterstützen wir Sie gerne – schreiben Sie uns einfach eine E-Mail.

fuentis Team

Redaktion

Das fuentis Team vereint Spezialisten für Informationssicherheit, Datenschutz und Risikomanagement und unterstützt Organisationen mit verlässlichen, auditfähigen Lösungen.

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