Sind Ihre Dienstleister sicher? Was Ihnen ein gutes Third Party Riskmanagement bringt

Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur interne IT-Systeme. Immer häufiger stehen Drittdienstleister im Zentrum von Sicherheitsvorfällen mit teils verheerenden Folgen für ihre Kunden. Der SolarWinds-Hack oder die MOVEit-Datenpanne haben gezeigt: Die größte Schwachstelle liegt oft außerhalb des eigenen Unternehmens.

Gleichzeitig steigt der regulatorische Druck: Mit der NIS2-Richtlinie, DORA und strengeren Datenschutzanforderungen rückt das Thema „Lieferkettensicherheit“ zunehmend in den Fokus von Unternehmen jeder Größe. Wer externe Dienstleister einsetzt, muss nicht nur deren Leistungen kennen, sondern auch deren Sicherheitsniveau nachvollziehbar bewerten und dokumentieren.

In diesem Blogbeitrag zeigen wir, warum Third-Party Risk Management heute ein zentraler Bestandteil jeder Compliance-Strategie ist und wie sich Risiken entlang der Lieferkette systematisch erfassen, bewerten und steuern lassen.

Wichtigsten Erkenntnisse:

  • Dienstleister sind ein zentrales Risiko, das Unternehmen aktiv bewerten und steuern müssen – rechtlich, technisch und organisatorisch.
  • Regelwerke wie NIS2, DORA und ISO 27001 fordern eine strukturierte Risikoanalyse und dokumentierte Maßnahmen für externe Anbieter.
  • Ein professionelles ISMS-Tool ermöglicht es, Dienstleister systematisch zu erfassen, zu bewerten und Compliance-Anforderungen transparent nachzuweisen.
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Warum Third Parties ein zentrales Risiko darstellen

In vielen Unternehmen gehören externe IT-Dienstleister und Anbieter längst zum Alltag. Cloud-Dienste, spezialisierte Softwarelösungen oder ausgelagerte Support-Teams unterstützen interne Abläufe und ermöglichen flexible Strukturen. Doch mit jeder eingebundenen Partei wächst auch das Risiko für Sicherheitsvorfälle – oft an Stellen, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen.

Während unternehmensinterne Systeme meist gut abgesichert, dokumentiert und überwacht sind, bleibt die Sicherheitslage bei Dienstleistern häufig unklar. Welche Schutzmaßnahmen sind umgesetzt? Werden regelmäßige Prüfungen durchgeführt? Wie transparent ist der Umgang mit Sicherheitsvorfällen? Oft lassen sich diese Fragen nur schwer beantworten.

Gleichzeitig bleibt die Verantwortung für Daten und Prozesse in vielen Fällen beim Unternehmen selbst. Ob es um sensible Informationen, den Betrieb kritischer Systeme oder gesetzliche Vorgaben geht – die Pflicht zur Absicherung lässt sich nicht einfach auslagern.

Externe Anbieter können damit zu einem erheblichen Schwachpunkt in der Sicherheits- und Compliance-Strategie eines Unternehmens werden. Umso wichtiger ist es, sie strukturiert zu bewerten und in die eigene Risikobetrachtung einzubeziehen.

Was Gesetze und Standards heute verlangen

Mit der neuen NIS2-Richtlinie wird klar: Unternehmen tragen auch Verantwortung für die Sicherheit ihrer Partner. Die Richtlinie verpflichtet Organisationen dazu, Risiken in ihrer gesamten Lieferkette zu bewerten und geeignete Maßnahmen umzusetzen. Besonders betroffen sind Bereiche wie IT, Energie, Gesundheit, Transport, Verwaltung und viele weitere.

Auch in der Finanzbranche zieht die Regulierung an. Die europäische Verordnung DORA verpflichtet Banken, Versicherungen und andere Finanzakteure dazu, Risiken durch IT-Dienstleister systematisch zu erfassen, zu überwachen und vertraglich abzusichern. Dazu gehört auch die Pflicht, Abhängigkeiten offenzulegen und Resilienz nachzuweisen.

Internationale Standards wie ISO 27001 und die zugehörige ISO 27036 konkretisieren ebenfalls, wie der Umgang mit externen Partnern dokumentiert und bewertet werden sollte. Dabei geht es nicht nur um technische Sicherheit, sondern auch um vertragliche Absicherungen, Prüfprozesse und Nachweispflichten.

Spätestens mit diesen Vorgaben ist klar: Der Umgang mit Dienstleistern ist nicht mehr nur eine Frage des Vertrauens, sondern ein fester Bestandteil moderner Informationssicherheit und gesetzlicher Verantwortung.

Wie man Dienstleisterrisiken im ISMS-Werkzeug strukturiert abbildet

Ein professionelles ISMS-Werkzeug bietet die Möglichkeit, Risiken durch externe Anbieter systematisch zu erfassen, zu bewerten und zu überwachen. Der erste Schritt besteht darin, Dienstleister als eigene Objekte im System zu erfassen, ähnlich wie interne Systeme oder Prozesse. So entsteht eine klare Übersicht über alle externen Stellen, mit denen das Unternehmen in Verbindung steht.

Diese Objekte lassen sich mit Prozessen, IT-Systemen und Informationen verknüpfen. Dadurch wird sofort sichtbar, wo ein externer Anbieter eingebunden ist und welche Abhängigkeiten bestehen. Besonders wichtig ist das bei kritischen Anwendungen oder bei der Verarbeitung sensibler Daten.

Anschließend kann der Schutzbedarf bewertet und eine Risikoanalyse durchgeführt werden. Dazu gehört zum Beispiel die Frage, welche Folgen ein Ausfall des Dienstleisters hätte oder wie wahrscheinlich ein Sicherheitsvorfall auf dessen Seite ist. Je nach Ergebnis können Maßnahmen geplant und dokumentiert werden, etwa vertragliche Regelungen, Sicherheitsanforderungen oder regelmäßige Nachweise.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Transparenz: Mit wenigen Klicks lässt sich ein Überblick über alle Dienstleister, deren Kritikalität, Risikostatus und vorhandene Nachweise erzeugen. Diese Übersicht ist nicht nur für interne Entscheidungen hilfreich, sondern auch für externe Prüfungen und Zertifizierungen.

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Warum sich ein strukturierter Umgang mit Dienstleistern lohnt

Ein durchdachtes Risikomanagement für externe Anbieter bringt klare Vorteile, nicht nur in der Sicherheitsstrategie, sondern auch im täglichen Geschäft. Wer seine Dienstleister systematisch erfasst und bewertet, gewinnt Transparenz über die gesamte Lieferkette und kann Risiken gezielt steuern statt nur darauf zu reagieren.

Im Fall eines Vorfalls oder einer Prüfung ist es entscheidend, schnell zeigen zu können, welche externen Partner betroffen sind, welche Verträge und Maßnahmen bestehen und wie die Risikobewertung aussieht. Diese Nachvollziehbarkeit ist nicht nur ein Vorteil gegenüber Aufsichtsbehörden, sondern auch gegenüber Kunden, die vermehrt Nachweise zur Informationssicherheit fordern.

Zudem schafft ein strukturierter Umgang Vertrauen, intern wie extern. Die eigene Organisation weiß, welche Abhängigkeiten existieren und wie sie abgesichert sind. Kunden und Geschäftspartner sehen, dass Sicherheit und Verantwortung ernst genommen werden. Das kann in Ausschreibungen, Partnerschaften und bei der Kundengewinnung einen echten Unterschied machen.

Letztlich hilft ein professioneller Ansatz dabei, Sicherheitsrisiken zu verringern, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Fazit

Externe Dienstleister sind aus dem Unternehmensalltag nicht mehr wegzudenken, ihre Risiken aber auch nicht. Wer sie nicht aktiv steuert, gefährdet nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch die Compliance. Ein strukturiertes Vorgehen im ISMS schafft Klarheit, schützt vor Sanktionen und stärkt das Vertrauen von Kunden und Partnern.

Was versteht man unter Third Party Riskmanagement?

Third Party Riskmanagement bezeichnet den strukturierten Umgang mit Risiken, die durch externe Dienstleister, Lieferanten oder Partner entstehen. Ziel ist es, Sicherheitslücken zu vermeiden, Abhängigkeiten zu erkennen und gesetzliche Anforderungen wie NIS2 oder ISO 27001 zu erfüllen.

Externe Anbieter sind häufig in kritische Prozesse eingebunden. Ohne klare Steuerung und Bewertung steigt das Risiko für Sicherheitsvorfälle, Datenschutzverstöße und Compliance-Probleme. Eine professionelle Dienstleistersteuerung schafft Transparenz, schützt vor Sanktionen und stärkt das Vertrauen von Kunden und Partnern.

Ein ISMS-Tool ermöglicht es, Dienstleister zentral zu erfassen, mit Prozessen zu verknüpfen, Risiken zu bewerten und Nachweise wie Verträge oder Zertifikate strukturiert zu dokumentieren. So lassen sich gesetzliche Anforderungen effektiv umsetzen und Audits besser vorbereiten.

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