Die 5 häufigsten Fragen zum Thema ISMS

 

Was ist ein ISMS?

Ein Informationsecuritymanagementsystem (ISMS) ist ein systematischer Ansatz, der aus einer Kombination von Richtlinien, Verfahren und technischen Maßnahmen besteht, um die Informationssicherheit innerhalb einer Organisation zu gewährleisten. Ziel eines ISMS ist es, die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen sicherzustellen und Risiken im Umgang mit Daten zu identifizieren sowie zu minimieren.

Ein ISMS, welches meist mithilfe eines ISMS Tools aufgebaut wird, folgt einem prozessorientierten Ansatz, der von der Unternehmensführung initiiert wird und alle Ebenen der Organisation einbezieht. Es ermöglicht Unternehmen, Sicherheitsrisiken systematisch zu identifizieren, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu steuern. Dadurch wird nicht nur die Sicherheit der Informationen erhöht, sondern auch das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern gestärkt.

 

Welche Standards gibt es für ein ISMS?

Es gibt mehrere Standards, die Unternehmen als Grundlage für den Aufbau eines Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) nutzen können. Allerdings werden oft ISMS Tools wie die fuentis Suite 4 verwendet, um auch mehrere Standard effizient abzubilden. Hier sind die wichtigsten kurz erklärt:

ISO 27001

Der ISO 27001 ist der weltweit führende Standard für den Aufbau und die Zertifizierung eines ISMS. Er beschreibt die Anforderungen an ein systematisches Management von Informationssicherheit, basierend auf einem risikobasierten Ansatz. Unternehmen, die diesen Standard umsetzen, können sich zertifizieren lassen, um ihre Compliance gegenüber Kunden und Partnern nachzuweisen.

BSI IT-Grundschutz

Der IT-Grundschutz ist ein deutscher Standard, der vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelt wurde. Er bietet eine praxisnahe Methodik für den Aufbau eines ISMS und enthält konkrete Maßnahmenvorschläge. Der IT-Grundschutz wird häufig von KRITIS-Unternehmen in Deutschland verwendet.

NIS2-Richtlinie

Die NIS2-Richtlinie ist ein EU-weites Regelwerk, das Anforderungen an die Cybersicherheit von kritischen Infrastrukturen (KRITIS) definiert. Unternehmen, die unter diese Richtlinie fallen, müssen ein ISMS betreiben, um Risiken zu minimieren und Sicherheitsvorfälle schnell zu erkennen und zu melden.

TISAX®

TISAX® (Trusted Information Security Assessment Exchange) ist ein ISMS-Standard für die Automobilbranche. Er wurde entwickelt, um die Informationssicherheit entlang der Lieferkette zu gewährleisten und wird von vielen großen Automobilherstellern als Voraussetzung für eine Zusammenarbeit gefordert.

NIST Cybersecurity Framework (NIST CSF)

Das NIST Cybersecurity Framework ist ein US-amerikanischer Standard, der Leitlinien für den Schutz kritischer Infrastrukturen bietet. Es wird häufig von Unternehmen verwendet, die weltweit tätig sind und ein ganzheitliches Sicherheitsmanagement etablieren wollen.

Zusammenfassung

Der ISO/IEC 27001 ist der am häufigsten verwendete Standard für ISMS. Je nach Branche oder Region können jedoch auch andere Standards wie der BSI IT-Grundschutz oder TISAX® relevant sein. Unternehmen sollten den Standard auswählen, der am besten zu ihren Anforderungen passt.

 

Wer benötigt ein ISMS?

Ein ISMS ist für viele Unternehmen sinnvoll. In einigen Branchen sogar verpflichtend. Dabei richtet sich der Bedarf nach der Art der verarbeiteten Daten, den gesetzlichen Vorgaben sowie den Risiken, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Kritische Infrastrukturen (KRITIS)

Unternehmen, die zu den kritischen Infrastrukturen (KRITIS) zählen, müssen laut der NIS2-Richtlinie ein ISMS implementieren. Dazu gehören Branchen wie Energieversorgung, Gesundheitswesen, Finanzen, Transport und Telekommunikation. Diese Unternehmen tragen eine besondere Verantwortung für die Versorgungssicherheit und müssen daher hohe Anforderungen an ihre Informationssicherheit erfüllen.

Unternehmen, die personenbezogene Daten verarbeiten

Alle Unternehmen, die in großem Umfang personenbezogene Daten verarbeiten, sollten ein ISMS aufbauen, um Datenschutzvorgaben wie die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) einzuhalten. Besonders in Branchen wie Versicherungen, Banken, E-Commerce und Gesundheitswesen ist der Schutz dieser Daten essenziell, um Bußgelder und Imageschäden zu vermeiden.

Unternehmen mit hohen Cyberrisiken

Unternehmen, die einem erhöhten Risiko für Cyberangriffe ausgesetzt sind – wie IT-Dienstleister, Technologieunternehmen oder Medienhäuser – sollten ebenfalls ein ISMS einführen. Ein gut strukturiertes ISMS hilft dabei, Schwachstellen zu identifizieren, Maßnahmen zu ergreifen und auf Sicherheitsvorfälle vorbereitet zu sein.

Unternehmen mit internationalen Kunden oder Partnern

Viele internationale Kunden und Partner erwarten von ihren Lieferanten und Dienstleistern einen nachweisbaren Informationssicherheitsstandard wie eine ISO/IEC 27001-Zertifizierung. Dies ist häufig eine Voraussetzung für langfristige Geschäftsbeziehungen, besonders in der Automobilindustrie und im IT-Sektor.

Start-ups und KMU

Auch Start-ups und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) profitieren von einem ISMS. Oft unterschätzt, hilft ein ISMS dabei, Ressourcen effizient zu nutzen, Datenverluste zu verhindern und Sicherheitslücken frühzeitig zu erkennen. Vor allem bei Wachstum und dem Einstieg in neue Märkte wird Informationssicherheit zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil.

Zusammenfassung

Ein ISMS ist nicht nur für große Konzerne, sondern auch für kleinere Unternehmen wichtig, insbesondere wenn sie mit sensiblen Daten arbeiten oder einem erhöhten Cyberrisiko ausgesetzt sind. In bestimmten Branchen – wie bei KRITIS-Unternehmen – ist ein ISMS sogar gesetzlich vorgeschrieben.

 

Was sind die wichtigsten Bestandteile eines ISMS?

Ein ISMS besteht aus mehreren zentralen Elementen, die den Umgang mit Informationssicherheit im Unternehmen steuern:

  • Richtlinien und Prozesse: Definieren die Regeln, wie Informationen geschützt werden.
  • Risikomanagement: Identifiziert, bewertet und behandelt Sicherheitsrisiken.
  • Maßnahmen zur Risikobehandlung: Technische, organisatorische und physische Maßnahmen, um Risiken zu minimieren.
  • Verantwortlichkeiten: Klare Zuweisung von Aufgaben und Rollen im Bereich der Informationssicherheit.
  • Dokumentation: Nachweise über Richtlinien, Maßnahmen und Audits.
  • Kontinuierliche Verbesserung: Regelmäßige Überprüfung und Anpassung des ISMS.

Diese Bestandteile sorgen dafür, dass ein Unternehmen systematisch und nachhaltig seine Informationssicherheit managt.

 

Wie führt man ein ISMS im Unternehmen ein?

Der Aufbau eines ISMS erfordert einen strukturierten Ansatz, der alle Anforderungen abdeckt und die Informationssicherheit nachhaltig verbessert.

 

PDCA-Zyklus für ISMS
PDCA-Zyklus

 

Ein ISMS wird schrittweise eingeführt, beginnend mit der Definition von Zielen und der Identifikation schützenswerter Informationen. Anschließend erfolgt eine Risikobewertung, um Bedrohungen und Schwachstellen zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung festzulegen. Diese Maßnahmen können technischer oder organisatorischer Art sein, wie etwa der Einsatz von Firewalls oder die Schulung von Mitarbeitern.

Wichtig ist auch die Zuweisung von Verantwortlichkeiten. Sowohl das Management als auch die Mitarbeiter müssen in die Umsetzung des ISMS eingebunden werden. Nach der Implementierung der Maßnahmen dokumentieren Verantwortliche das ISMS und überwachen es kontinuierlich, um Schwachstellen zu erkennen und Verbesserungen vorzunehmen. Dieser Prozess wird regelmäßig durch Audits und Management-Reviews begleitet, um sicherzustellen, dass das System auf dem neuesten Stand bleibt.

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